Am 19. und 20. Mai berichteten die Medien (exemplarisch Spiegel und Focus) über den “Aufstand gegen Pril-Wettbewerb” oder mit Worten des Spiegel Autors Jörg Breihut endete der Pril-Wettbewerb im “PR-Debakel”. In beiden oben stehenden Artikeln kann sehr gut der Verlauf der Kampagne nachgelesen werden. Aus Perspektive einer Social-Media-Agentur interessiert aber natürlich, warum aus einem gut gemeinten Wettbewerb ein PR-Debakel wurde.
Dazu muss man einen Schritt zurück gehen. Was hat Henkel gemacht? Henkel hat einen Wettbewerb zur Gestaltung neuer Verpackungen ausgeschrieben. Das hier verwendete Konzept heißt Crowdsourcing. Hierzu später mehr. Um die Bekanntheit des Wettbewerbs zu erhöhen, wurden die eingereichten Ergebnisse jedoch nicht von einer Jury bewertet, sondern die Usern bekamen die Möglichkeit mit den Share- & Like-Funktionen der sozialen Netzwerke die Ergebnisse zu bewerten. Das ist grundsätzlich eine gute Idee. Jeder aktive Facebook-User hat mindestens 100 Freunde, tendenziell mehr. Klicke ich nun auf den Like-Button einer Website, erscheint dies als “Neuigkeit” bei all meinen Facebook-Freunden. Hieraus wurde ein Ranking der eingereichten Ergebnisse entwickelt.
Das Konzept des Crowdsourcings ist eine Form des Outsourcings. Beim Outsourcing lagert man jedoch eine speziell definerte Arbeit an einen vorher definierten Dienstleister aus. Klassisches Outsourcing wäre es z.B. wenn ein Einzelhändler uns, die nfx:MEDIA als E-Commerce-Agentur für die Erstellung einer Website beauftragt. Anhand dieses Beispiels sieht man, dass man in diesem Fall anhand der Referenzen und des Angebots sehr genau sehen kann, welches Ergebnis zu erwarten ist. Bei Crowdsourcing wird auch eine klar definierte Aufgabe – im Fall des Pril-Beispiels das Design der Pril-Flasche – ausgeschrieben und hierfür ein bestimmter Preis ausgeschrieben. Der Vorteil von Crowdsourcing ist, dass in der Regel die Masse viel kreativere Ergebnisse abliefert als es eine einzelne Agentur oder ein einzelner Dienstleister kann. Ein weiterer Vorteil – gerade für Marken – ist es, dass sich die Teilnehmer sehr intensiv mit der Marke auseinander setzen müssen.
Beim Crowdsourcing gibt es im Prinzip drei Möglichkeiten einen Gewinner zu küren.
Hier liegt jedoch auch der erste Fallstrick – Option 1 sorgt für die größtmögliche virale Wirkung der Kampagne. Mehr als 50.000 Designs wurden eingereicht und man kann sich leicht vorstellen, wie viele Personen via Share gestimmt haben. Platz 1 hatte über 35.000 Stimmen (also Shares) und selbst Rang 1.000 noch über 50 Stimmen. Aus Perspektive eines Werbers ist es somit Traumhaft, welche kostenlose Reichweite ein solcher Wettbewerb erzeugen kann.
Die Ergebnisse waren jedoch teilweise nicht so, wie Henkel es sich gewünscht hätte. Laut Bericht des Spiegels gab es einige Bereinigungen in der Wertungsliste und auch der Vergleich der Gewinner und der beliebtesten Designs der User zeigt, dass nicht die Arbeit mit den meisten Stimmen gewonnen hat. Und genau hier liegt das Problem der Wettbewerbe – man muss aber klar sagen, aller Wettbewerbe, nicht nur des Wettbewerbs von Pril. Auf der einen Seite ist es das Interesse einer jeden Werbekampagne – und diese Wettbewerbe sind nichts anderes – unter Budgetoptimierung zum einen die größtmögliche Reichweite zu erzielen und auf der anderen Seite die gewollten Markenwerte zu transportieren. Und hierin liegt der Kurzschluss im Crowdsourcing, wenn man es mit einem öffentlichen Wettbewerb verknüpft. Die Unternehmen geben zu einem gewissen Grad die Kontrolle ab. Im Buch Enterprise 2.0: Die Kunst, loszulassen beschreiben Buhse umd Stamer die Herausforderungen der neuen Kommunikationswelt. Rein rechnerisch ist der Pril-Wettbewerb ein voller Erfolg – die Kosten sollten sehr überschaubar sein. Eine recht einfache Microsite, 2 Urlaubsreisen, 8 iPads und 100 Pullover. Dafür gibt es fertige Etiketten für die Pril-Flasche und eine hohe mediale Reichweite. Es bleibt jedoch zu vermuten, dass der entstandene Image-Schaden diesen Kostenvorteil nicht aufwiegt.
Jeder möchte Social Media, Facebook, Crowdsourcing und so weiter machen. Und es ist auch richtig und konsequent. Denn die Statistiken belegen, dass die Mediennutzung genau in diesen Bereichen steigt und in den klassischen Werbeformaten mehr und mehr abnimmt. Es gibt nur ein großes ABER! Kommunikation bedeutet heute noch immer Broadcasting. Wir, die Werber und Unternehmen, wollen eine Werbebotschaft festlegen, einen Kommunikationsplan durchpeitschen und den mit möglichst hohem Werbedruck an die Empfänger senden. Das ist jedoch nicht Web 2.0, Social Media oder welches Buzzword Sie auch immer verwenden wollen. Die Spielregeln der Kommunikation haben sich geändert. Ihre und unsere Kunden wollen teilhaben am Produktionsprozess – das zeigt auch die Resonanz des Pril-Wettbewerbs. Aber wir müssen lernen, dass wir mit dem Menschen reden müssen, von denen wir wollen, dass Sie mit oder im Falle von Crowdsourcing nahezu kostenlos für uns arbeiten. Und wir müssen Ihnen das einzige Gut schenken, dass sie wollen – ehrliche Aufmerksamkeit!
Viele Unternehmen trennen in ihrer Kommunikation zwischen Online und Offline. Wir erleben immer wieder, dass unsere Kunden Online und klassisches Business als zwei getrennte Bereiche – fast schon getrennte Marken – wahrnehmen. In der Regel kostet diese mangelnde Verbindung bares Geld. 2011 kommt nun ein neuer Kommunikationsbereich hinzu – das Thema Mobil, welches großen Einfluss auf die Verbindung zwischen On- und Offline haben wird.
Die jüngsten Studien beweisen: das Handy ist stets dabei (74% der 14- bis 29jährigen Nutzer gehen nie ohne Handy aus dem Haus) und das Surfen mit dem Handy hat sich von 2010 zu 2011 fast verdoppelt (Zahl der Handy-Surfer in einem Jahr verdoppelt). Damit sind die Zeiten vorbei, in denen das Internet an das heimische Wohnzimmer oder den Arbeitsplatz gebunden war.
Am Beispiel eines Einzelhändlers wollen wir verdeutlichen, welche zentrale Bedeutung neue Kommunikationsinstrumente, wie Location Based Services (Facebook Places, Google Places oder Foursquare) haben können. Diese drei Anwendungen erlauben es den Besuchern in ihrem Ladengeschäft physisch einzuchecken – oder besser erklärt, den eigenen Standort und die eigene Aktivität dort mit Freunden zu teilen.
Bleiben wir beim Beispiel Einzelhandel. Erinnern Sie sich daran, dass Ihnen einmal ein Freund oder ein Bekannter von einem Sonderangebot erzählt hat? Ja? Und an welche Werbeanzeige mit Sonderangeboten erinnern Sie sich? Genau hier liegt die Chance. Mit den oben genannten Werkzeugen können Sie Ihren Kunden oder Besuchern die Möglichkeit geben, Empfehlungen von Produkten, Dienstleistungen oder Angeboten oder sonstige Erfahrungen zu teilen. Und natürlich können Sie auch Ihre Mitarbeiter motivieren, sich regelmäßig einzuchecken.
Mit einer Website auf der einen Seite, Ihrem physikalischen Geschäft auf der anderen Seite und mit Diensten wie Facebook & Google Places sowie Foursquare sind die Grundvoraussetzungen für eine Online- und Offline-Strategie geschaffen. Nun kommt jedoch das Wichtigste – Sie müssen die drei Komponenten miteinander verbinden. Hierzu empfiehlt sich eine durchdachte und ganzheitliche Kommunikationsstrategie auf der einen Seite sowie geschultes Personal auf der anderen Seite.
Ein Verbindungselement zwischen physikalischem Geschäft und den sogenannten Location Based Services sind Grafiken, wie diese hier links, die den Besucher & Mitarbeiter beim Besuch Ihres Unternehmens darauf hinweisen, dass diese Kommunikationsinstrumente bei Ihnen zur Verfügung stehen. Dies kann man natürlich auch mit Twitter, Websites und sonstigen Instrumenten machen. Mit Hilfe der Facebook- und Foursquare-Deals können Sie zusätzliche Anreize schaffen, dass Ihre Besucher sich einchecken. Dies ist nur eines von vielen Beispielen, wie Sie eine Verbindung zwischen On- und Offline schaffen können. Innerhalb einer ganzheitlichen Kommunikationsstrategie entwickeln wir mit unseren Kunden individuelle Möglichkeiten, diese Verbindungen weiter auszubauen.
Welche Erfahrungen haben Sie hinsichtlich der Verbindung von On- und Offline? Was sind Ihre Best Practices? Wir freuen uns immer über einen Dialog zu diesen Themen.
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